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KAPUZINER IN ALTÖTTING

1874 übernehmen die Kapuziner die Sorge für die Marianische Männerkongregation

Ein Jahr nachdem die Redemptoristen Altötting verlassen mussten, kamen die Kapuziner nach Altötting.
Ihre ersten Jahre waren geprägt von Stabilisierung und Neuorganisation. In diese Zeit vielen u.a. regelmäßige Monatskonvente und Exerzitien. Durch katholische Milieubildung im Kulturkampf, starke Kapuzinerprediger und die Gründung vieler Ortsgruppen im Umland kam es im Zeitraum von 1880 bis 1900 zur stärksten Wachstumsphase der MC überhaupt. Für das Jahr 1887 sind 9560 Mitglieder belegt. Auch in den folgenden Jahren stieg die Zahl der Sodalen stetig und erreichte mit Beginn des Ersten Weltkriegs mit knapp 6000 Sodalen ihren vorläufigen Höhepunkt. Vier Jahre Krieg haben auch bei der Marianischen Männerkongregation Spuren hinterlassen. Da Treffen ausfallen mussten und viele Mitglieder an der Front oder gefallen waren, sank die Gesamtzahl. In der Zwischenkriegszeit erholten sich die Mitgliederzahlen und stiegen im Jahr 1929 auf fast 22750 an.

Während der NS-Zeit und dem zweiten Weltkrieg waren Aktivitäten kirchlicher Vereine und katholischer Laiengemeinschaften sehr eingeschränkt. Es gab einen sehr starken Rückgang der Mitgliederzahlen.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs waren es die Kapuziner, welche dazu beigetragen haben, dass die Kongregation wiedererstarken konnte. Es gab eine längere Phase der religiösen Erneuerung, Dankwallfahrten, Rückkehrerfeiern usw. Alleine im Jahr 1953 traten über 1000 Sodalen der Kongregation bei. Der Mitgliederstand betrug in diesem Jahr 19317 Sodalen. Ab den 60er-Jahren bis in die 80-er Jahre gab es durch das Vatikanische Konzil und einem gesellschaftlichen Wandel viele Herausforderungen für die Marianische Männerkongregation. Die Kapuziner begleiteten die MC durch diese wechselhafte Zeit und hielt sie lebendig. In den Folgejahren wurde die MC wieder kleiner, konnte sich aber profilieren. Durch Themenpredigten, Beichttage, geistliche Begleitung der Ortsgruppen im gesamten Kongregationsgebiet wurde eine Bewahrung der marianischen Tradition erreicht und die MC konnte bis heute verlässliche geistliche Heimat für viele Männer bleiben.
Seit nunmehr über 150 Jahren wirken die Kapuziner für die MC und haben diese spirituell erneuert, marianisch geprägt und durch Krisen geführt in die Gegenwart geführt.